Die Kunststiftung NRW auf der Leipziger Buchmesse 2018


Reden wir über Geld! Förderung für unabhängige Verlage?

bücher.macher-Podiumsdiskussion

am 15. März 2018 um 14 Uhr, Congress Center Leipzig, Mehrzweckfläche 4



Leipzig, 15.03.2018, CCL, Mehrzweckfläche 4, Büchermacher-Podium: v.l.: Daniel Beskos (Mairisch Verlag, Hamburg), Dani Landolf (Schweizer Buchhändler- u. Verlegerverband, Zürich), Isabel Pfeiffer-Poensgen (Ministerin für Kultur u. Wiss. NRW, Düsseldorf), Michael Naumann (Gründungsdirektor Barenboim-Said-Akademie, Berlin), Anna Jung (Verlag Jung u. Jung, Salzburg), Thomas Böhm (Moderation), Foto: Gaby Waldek



Viele Verlage sind in wachsendem Ausmaß vom Strukturwandel der Branche betroffen; häufig in existenzbedrohendem Ausmaß. Die Düsseldorfer Erklärung unabhängiger Verlage, Anfang Februar auf einer von der Kunststiftung NRW initiierten Tagung von mehr als 60 deutschen Indie-Verlegerinnen und Verlegern verabschiedet, bündelt Vorschläge, wie die besondere Leistung der Verlage sichtbar gemacht und nicht-projektgebundene Unterstützung realisiert werden könnte. Im Rahmen des bücher.macher-Podiums wurde das begonnene Gespräch auf die Leipziger Buchmesse getragen: Unter dem Titel „Reden wir über Geld! Förderung für unabhängige Verlage?“ diskutierte Thomas Böhm zum Messeauftakt mit einer hochkarätig besetzten Runde über das Gute, Schöne und Bare, über Subventionsblüten und Staatsknete, ideellen Mehrwert und Umstürze, die sich am Ende sogar rechnen.



Thomas Böhm


Thomas Böhm, geboren 1968 in Oberhausen, leitete das Literaturhaus Köln (1999-2010), den Ehrengastauftritt Islands bei der Frankfurter Buchmesse (2011) und den „Auftritt Schweiz“ bei der Leipziger Buchmesse 2014. Seit 2014 moderiert er die Sendung „Die Literaturagenten“ auf radioeins vom rbb. 2016 gründete er mit Freunden den Verlag Das Kulturelle Gedächtnis.



Daniel Beskos


Daniel Beskos, Jahrgang 1977, gründete 1999 mit Peter Reichenbach und Blanka Stolz den mairisch Verlag. Seit 2005 im Buchhandel vertreten, hat sich mairisch zu einem der profiliertesten jüngeren deutschen Independent-Verlage entwickelt, wovon zahlreiche Auszeichnungen zeugen, u. a. der Förderpreis der Kurt-Wolff-Stiftung (2014), der K.-H. Zillmer Verlegerpreis (2015) und der Börsenblatt Young Excellence Award (2016). 2013 hat mairisch den Indiebookday erfunden. Seit 2016 verlegt mairisch seinen Sitz regelmäßig für einen kurzen Zeitraum in wechselnde Städte im Ausland, oft ins Gastland der jeweiligen Frankfurter Buchmesse. Zuletzt war man in Amsterdam (2016) und Paris (2017).



Anna Jung


Anna Jung, aufgewachsen in Salzburg, dann zehn Jahre Wien (Studium, Buchhändlerlehre, Intendanzassistentin am Volkstheater Wien). Inzwischen seit mehr als einem Jahrzehnt in München; erst als Buchhändlerin, dann Gründungsmitglied und nach wie vor Gesellschafterin der Lesungsplattform zehnseiten.de, Volontariat mit nachfolgender Anstellung in der Presseabteilung des Antje Kunstmann Verlags, seit 2013 bei Jung und Jung. Anna Jung lebt mit ihrem Sohn in München.



Dani Landolf © Ayse Yavash


Dani Landolf, Jahrgang 1968, studierte Geschichte, Soziologie und Medienwissenschaft an der Universität Bern. Von 1998 bis 2007 war er Journalist in diversen Tages- und Wochenzeitungen, zuletzt stellvertretender Chefredaktor „Der Bund“ (Bern). Seit 2007 ist er Geschäftsführer des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbands (SBVV).



Michael Naumann © Peter Adamik


Michael Naumann, geboren 1941 in Köthen, ist Rektor der Barenboim-Said Akademie in Berlin. Er studierte Politische Wissenschaft, Philosophie und Geschichte in Marburg und München, wo er 1969 mit einer Arbeit über Karl Kraus promovierte. Nach seiner Arbeit als Redakteur bei „Zeit“ und „Spiegel“ wurde er Leiter der Rowohlt Verlage (1985-1995) und von Henry Holt in New York (1995-1998). Bundeskanzler Gerhard Schröder berief ihn zum ersten Staatsminister für Kultur (1998-2000). Von 2001 bis 2010 war er Chefredakteur, später Herausgeber der „Zeit“, dann, bis 2012, Chefredakteur der Zeitschrift „Cicero“. Naumann ist Honorarprofessor an der Humboldt Universität in Berlin.



Isabel Pfeiffer-Poensgen © MKW/Bettina Engel-Albustin


Isabel Pfeiffer-Poensgen, geboren 1954 in Aachen, studierte Rechtswissenschaft und Geschichte an den Universitäten Bonn, Lausanne und Freiburg im Breisgau. Von 1985 bis 1989 war sie Referentin an der Behörde für Wissenschaft und Forschung Hamburg, danach übernahm Pfeiffer-Poensgen das Amt der Kanzlerin der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Seit 1999 war sie Beigeordnete für Kultur und Soziales der Stadt Aachen, von November 2004 an Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder. Seit Juni 2017 ist Isabel Pfeiffer-Poensgen

Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

im Kabinett Laschet. Die parteilose Politikerin ist unter anderem stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Kunststiftung NRW in Düsseldorf.




Die Veranstaltung steht in Zusammenhang mit der von der Kunststiftung NRW initiierten und geförderten Tagung „Verlegen als künstlerisches Projekt?“


© Kunststiftung NRW / Susanne Diesner




bücher.macher 2018

Deutschlandfunk Kultur (Anna Jung und Daniel Beskos im Gespräch mit Joachim Scholl)



Kommt der Indie-Preis? Nils Kahlefendt
 


Ist Verlegen eine Kunst? Bücher.macher-Podium