Literatürk, 15. internationales Literaturfestival




Das diesjährige Festivalmotiv ist dem Sonnenblumenhaus in Rostock­ Lichtenhagen entlehnt. Das Sonnenblumenhaus wurde durch die pogromartigen Ausschreitungen zwischen dem 22. bis 28. August 1992, an denen bis zu 1.200 zumeist jugendliche rechtsradikale Gewalttäter*innen teilnahmen, international bekannt.

Die brutalen Angriffe richteten sich erst gegen Menschen, die in und um die dort ansässige überfüllte Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZAST) warteten und schliefen. Nach der Räumung attackierte der rechtsradikale Mob 120 vietnamesische Vertragsarbeiter*innen, wohnhaft im gleichen Wohnblock. Die Zerstörung vom Gefühl einer ›Heimat‹ – und sei es nur ›Heimat‹ im Sinne eines eigenen, sicheren Umfelds – diese rassistisch motivierte Zerstörung und Vertreibung widerfährt Einwander*innen heute (wie damals) noch immer und intensiver, passiv wie aktiv.

Das diesjährige Festivalmotiv, gilt der mahnenden Erinnerung: ein unscheinbares Bild, das innerhalb kürzester Zeit in rechtsextremen Gewalttaten ausarten kann. Eine Heimat, die brüchig, unstet und gefährdet ist, deren ›Schönheit‹ vielleicht nur eine vermeintliche ist.


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Programmheft LITERATÜRK