Avi Avital: Zwischen den Welten,
Konzerthaus Dortmund


Foto: Harald Hoffmann, Deutsche Grammophon


Der israelische Mandolinist Avi Avital im Konzerthaus Dortmund



In einer dreitägigen Zeitinsel zeigt der israelische Mandolinist Avi Avital im Konzerthaus Dortmund die unzähligen Facetten seines Instruments.

Schon als kleiner Junge war Avi Avital ein Wanderer zwischen den Welten. Als Kind marokkanisch-jüdischer Eltern wuchs der Ausnahmekünstler in der Stadt Be’er Scheva im Süden Israels auf. „Ich lebte unter Nachbarn, die aus Russland, Polen, Argentinien oder dem Jemen stammten. Alle hatten unterschiedliche Wurzeln, entwickelten aber ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl“, erinnert er sich.

Diese Erfahrung scheint auch sein Verhältnis zur Musik entscheidend mitgeprägt zu haben. Freiheit ist für ihn das zentrale Kriterium. „Es darf in der Musik keine Tabus geben“, ist Avital überzeugt. Sein Spektrum reicht von venezianischem Barock italienischer Meister wie Antonio Vivaldi oder Arcangelo Corelli, über Klezmer, Weltmusik oder Jazz bis hin zu lateinamerikanischen Klängen.

Und er liebt es, interdisziplinär zu arbeiten und Genregrenzen zu sprengen. So wird man ihn im Konzerthaus Dortmund unter anderem gemeinsam mit dem Countertenor Andreas Scholl erleben können oder auch begleitet vom Budrugana-Gagra Handschattentheater bei seiner herausragenden Interpretation von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Das Faszinierende an der Mandoline sei für ihn, dass es niemanden gebe, den man kopieren könne. „Wäre ich Pianist oder Geiger, hätte ich die großen Vorbilder vor mir“, so Avital. „Mit der Mandoline muss ich meinen eigenen Weg erfinden.“

Avital, der 2010 als erster Mandolinist überhaupt für einen Grammy nominiert wurde, führt seine Virtuosität und Kreativität im Umgang mit seinem Instrument auch auf die ungewöhnliche Ausbildung zurück, die er erlebte. Sein erster Lehrer, der Russe Simcha Nathanson, der in den 70er-Jahren ein Mandolinen-Orchester in Avitals Heimatstadt gründete, war eigentlich Geigenlehrer. „Alles, was er uns beibrachte, selbst die Art und Weise, wie man die Mandoline hält, geschah von diesem Standpunkt aus“, so Avital. „Manchmal vergesse ich sogar, dass ich eine Mandoline in der Hand halte. Er lehrte mich Musik. Um das Instrument geht es mir eigentlich gar nicht.“


Programm:


Freitag, den 16.03.18 um 20 Uhr: Musik für Freaks – Avi Avital & Omer Klein

Samstag, den 17.03.18 um 20 Uhr: Between Worlds

Sonntag, den 18.03.18 um 11 Uhr:  Vier Jahreszeiten

Sonntag, den 18.03.18 um 20 Uhr:  Avi Avital & Andreas Scholl

 

im Konzerthaus Dortmund