tanzhaus nrw, Düsseldorf


tanzhaus nrw, Foto: Katja Illner



Das tanzhaus nrw in Düsseldorf, ansässig in einem ehemaligen Straßenbahndepot, ist mit zwei Bühnen und acht Tanz- und Probenstudios ein internationales Zentrum für zeitgenössischen Tanz. Auf 4.000 Quadratmetern Fläche ist es zugleich ein Spiel- und Produktionsort sowie eine Akademie mit mehr als 4.000 Besucher*innen wöchentlich. Hervorgegangen aus der 1978 gegründeten „Werkstatt“ und seit 2014 unter Leitung von Bettina Masuch, hat sich das Haus zu einer hochgeachteten Kulturinstitution entwickelt.


Professionelle Tänzer*innen, Choreograf*innen und Amateurtänzer*innen repräsentieren das, was das Haus im Kern ausmacht: das gemeinschaftliche Erleben von Tanz unter dem Dach einer einzigen Institution. Die Trennung von Hoch-, Sub- und Soziokultur, das Theater als Ort der Exklusivität und des sozialen Ausschlusses, all das wird im tanzhaus nrw überwunden. Zentrales Anliegen ist die kreative Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper und seiner Rolle in den Gesellschaften der Gegenwart.


Der ganzjährige Spielbetrieb mit mehr als 200 wechselnden Aufführungen setzt Akzente in konzentrierten Festivals und thematisch motivierten Reihen. Eine Vielzahl der Programmreihen wie Real Bodies (2016/17), Ceremony now! (2017/2018), response-ability. Eine Ethik der Begegnung (2018) und GROSS TANZEN (2019) wird maßgeblich durch die Kunststiftung NRW gefördert. Daneben bietet das tanzhaus nrw Choreograf*innen aus der Region ein Zuhause, ermöglicht experimentelle oder informelle Plattformen oder verlässt die eigenen vier Wände wie bei den „Residenzen im Realen“. Mit den Factory Artists – aktuell sind das Choy Ka Fai, Claire Cunningham und Ligia Lewis – sucht das Haus die intensivere Zusammenarbeit mit Künstler*innen. Sie rücken etwa Themen wie „Körper und Technologie“, „körperliche Differenz“ sowie die „Politik von Minderheiten“ in den Mittelpunkt.


Das Junge Tanzhaus, das sich dem Tanz für und mit einem jungen Publikum widmet, gilt als ein einzigartiges Kompetenzzentrum und rundet, neben mehr als 50 Künstler*innenresidenzen sowie einem umfangreichen Vermittlungsprogramm, die profilbildenden Aktivitäten des Hauses ab.

Die Akademie bietet generationsübergreifend 360 Kurse und Workshops wöchentlich an, angeleitet durch 80 Dozent*innen aus aller Welt, die sich an Menschen mit und ohne Vorerfahrung wendet und ein bundesweites Vorzeigemodell der kulturellen Weiterbildung ist.


Das tanzhaus nrw erhielt im Juli 2017 den Theaterpreis des Bundes und ist Träger von Projekten wie Take-off: Junger Tanz, dem International Dance Artist Service (iDAS) und Partner des European Dancehouse Network (EDN). Weiterhin zählt es zum Bündnis der sieben internationalen Produktionshäuser für zeitgenössische darstellende Kunst in Deutschland, das erstmals durch den Bund gefördert wird. Dazu gehören neben dem tanzhaus nrw das FFT Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer Berlin, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Kampnagel Hamburg, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt/M. sowie PACT Zollverein Essen.


Darüber hinaus beauftragte das tanzhaus nrw die 2018 erschienene Publikation „Bodies of Evidence. Ethics, Aesthetics, and Politics of Movement“, herausgegeben durch Gurur Ertem und Sandra Noeth.


Text: tanzhaus nrw