Christoph Schlingensief-Gastprofessur 2019/2020


Claudia Bosse



Die Christoph Schlingensief-Gastprofessur 2019/2020 hat Claudia Bosse inne!


Die Christoph Schlingensief-Gastprofessur für das Jahr 2019 übernimmt die Regisseurin und Raumchoreographin Claudia Bosse. Sie ist Mitbegründerin und künstlerische Leiterin des in Wien ansässigen Kollektivs theaterkombinat, das sich durch experimentelle Produktionen im Grenzbereich Performance, Installation und Theorie hervortut. Claudia Bosse tritt die Gastprofessur im Oktober 2019 an, Ergebnisse ihrer Arbeit mit den Studierenden sind im Frühjahr 2020 zu erwarten.



Claudia Bosse (D/AT) ist Regisseurin, Choreografin und Künstlerin. Diplomstudium der Theaterregie von 1991-1995 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin. Nach Inszenierungen in Berlin und Genf (Berliner Ensemble, Bat Studiotheater, Theatre du Grütli) ist Claudia Bosse Mitbegründerin und seit 1998 Künstlerische Leiterin von theatercombinat, einer transdisziplinären Kompanie zur Produktion raumspezifischer unabhängiger Kunst- und Theaterarbeiten, gegründet in Berlin, mit Basis in Wien. Ihre künstlerischen Arbeiten umfassen Raum-Choreographien, Tragödien-Inszenierungen, Stadtinterventionen, Installationen, hybride Theater- und Performance-Arbeiten in (mit Zuschauern) geteilten Räumen, raumspezifische und mehrmediale performative Inszenierungen und Raum-Narrative, Choreographien (im öffentlichen Raum) mit Beteiligung verschiedener Öffentlichkeiten und Medien, Performance, sowie Diskurse der künstlerischen und performativen Praxis. Ihre künstlerischen Themen sind das Denken und Handeln von Körpern in Räumen, Chor, Mythos, Katastrophe und Tragödie, die Produktion und Politiken des Raumes, territoriale Ordnungen, postkoloniale Theorien, politische Philosophie und Formen politischen Handelns in den Künsten, demokratische Narrative, Archive und museale Sammlungen mit ihren Ordnungen und Formen der Wissensproduktion, mehrmediale politische Hybride, Stadträume als Texturen choreografischen Denkens, Dissonanzen von Körper und Sprache sowie phonetisches Denken.


Claudia Bosse kreiert international Arbeiten, Inszenierungen und Installationen für Museen, Architekturen, Festivals, Theater und urbane Räume. Sie war Gastprofessorin und Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten und Akademien, hält Vorträge, veröffentlicht und initiiert oder nimmt Teil an Research-Projekten mit Künstlerinnen und Theoretikerinnen verschiedener Genres, insbesondere mit dem Komponisten Günther Auer. 


Als letzte Projekte entstanden (seit 2017) “the last IDEAL PARADISE” für die Tanzplattform Deutschland 2018 in Essen; “168 STUNDEN (a tribute to daily life and franz erhard walther)” – eine einwöchige Performance im öffentlichen Raum in Wien; “POEMS of the DAILY MADNESS” – ein Singspiel mit dem Komponisten Günther Auer, Favoriten Festival 2018 und Wien 2017; "DIALOGUE ON DIFFERENCE“ Performance mit Abdalla Daif für das d-caf festival, Kairo und theatre = a must festival, Alexandria, (EG) 2019; “WITNESSING OF THE TREES” für das Museo da Imigracao in Sao Paulo (BR), 2018; “EXPLOSION der STILLE – a silent chorus”, ein performatives Monument mit 100 Teilnehmerinnen im öffentlichen Raum in Wien, 2017; die installative Prozession “REENACTING THE ARCHIVE – part 1”  und das Noise-Happening “VzV,vK! / REENACTING THE ARCHIVE – part 2” – beide mit Günther Auer im Rahmen eines mehrteiligen Rechercheprojekts mit dem FFT Düsseldorf, 2017/2018;  “APPLIED POETICS IN URBAN SPACE” mit Urban Curators in Kiew, Charkiw und Wien, 2017/2018; sowie über 2015 -2018 IDEAL PARADISE (Donaufestival 2015, FFT Düsseldorf, Explore Festival Bukarest, Tanzquartier Wien, Weltmuseum Wien, ImPulsTanz Festival u.a.), eine Serie zu postkolonialen Fragen, die (Archiv-)Dokumente, Objekte, Choreografien, Texte und Räume in verschiedenen Formaten wie Installation, Stadtintervention, Performance je raumspezifisch verknüpfte. In Vorbereitung befindet sich neben „thyestes brüder! kapital“, eine chorische Theaterarbeit zur Anatomie von Sprache mit Texten von Seneca und Marx (Premiere September 2019, FFT Düsseldorf und Wien), „the last IDEAL PARADISE“ auf Einladung des Goethe Instituts in einer Version für Jakarta, Indonesien, im Februar 2020.    



Sämtliche Inszenierungen, Choreographien, Arbeiten, Kollaborationen und Kooperationen sind dokumentiert unter:


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