KGI: Und jetzt alle – eine Oper


KGI , Foto Björn Stork



Geschichte ist die Geschichte der Gewinner. Die Verlierer werden häufig aus der Geschichte und ihrer Erzählung ausgeschlossen. Und auch heute gibt es zahlreiche Orte in unserer Gesellschaft, an denen bestimmte Menschen und ihre Geschichten nicht vorkommen. So steht die Oper im (Ver-)Ruf ein elitärer Ort für ein erlesenes und geschultes Publikum zu sein. Wie Orpheus' Frau Eurydike im Hades, bleibt der größte Teil der Gesellschaft von der Oper ausgeschlossen. Dabei ist die Oper doch ein Ort des Gemeinsamen, weil sie über eine inklusive und universale Sprache verfügt: die Sprache des Gefühls.


KGI möchten das Ausgeschlossene und Eingeschlossene wieder zusammenbringen. Im Rahmen des Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes wird das Performance-Kollektiv KGI mit einer Gruppe von Menschen aus Gelsenkirchen und Mülheim, die keine Opernerfahrung haben, Körper, Gebärden, Klänge, Geschichten und Geschichte der Oper im Hinblick auf eine Sprache des Gemeinsamen untersuchen und sie im Rahmen einer Stückentwicklung für eine Opernperformance transformieren.



KGI gründete sich 2013 aus Absolvent*innen der ATW Gießen, des Regiezweigs der HfS Ernst-Busch und der HfbK Hamburg. Die Gruppe versucht, unterschiedliche emanzipatorisch-politische und ästhetische Positionen auszuhandeln und für ein egalitäres Theater der kommenden Gemeinschaft fruchtbar zu machen. Im Ringlokschuppen Ruhr waren seit der Spielzeit 2013 bereits fünf Produktionen zu sehen.



Im Rahmen von Das Symptom der Oper – ein gemeinsames Vorhaben von KGI, Musiktheater im Revier und Ringlokschuppen Ruhr in 2019 und 2020 – gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes und von der Kunststiftung NRW.


Text: Ringlokschuppen



Premiere/Uraufführung am 28. Juni 2019, Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen

Weitere Termine am 4./7. Juli 2019, Ringlokschuppen, Mülheim an der Ruhr