ZERO. PLEASE TURN!


Heinz Mack in seinem Atelier, Hüttenstraße 104, 1967. Foto: Manfred Leve / Archiv Heinz Mack Copyright: Archiv Heinz Mack, VG Bild-Kunst, Bonn 2018


ZERO-WEEKEND | 18. – 20. OKTOBER 2018 in Düsseldorf

OPEN HOUSE | OPEN-AIR EXHIBITION | CONFERENCE



Die ZERO foundation Düsseldorf feiert ihr 10-jähriges Stiftungsjubiläum und erinnert an die Gründung der ZERO-Bewegung vor 60 Jahren. Seit ihrem Bestehen konnte die ZERO foundation viele internationale Projekte initiieren, die zu einer neuen Sichtbarkeit und Beschäftigung mit der ZERO-Bewegung beitrugen. Mit umfangreichen Ausstellungen in New York, Istanbul und Berlin rückten die Internationalität und der Pioniergeist ZEROs erstmals in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Das Jubiläum, der Umzug in das Atelierhaus Hüttenstraße sowie der Direktorenwechsel in der Stiftung bieten Gründe genug, nicht nur zurück zu schauen, sondern auch Zukunftsfragen aufzuwerfen. Unter dem Titel ZERO. Please turn! versammelt die von Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker im Jahre 2008 zusammen mit dem Museum Kunstpalast gegründete Stiftung nun verschiedene, zukunftsweisende Programmschwerpunkte.


„Hierdurch“, betont die neue Geschäftsführerin der ZERO foundation Dr. Barbara Könches, „können wir die Gegenwart mit der Vergangenheit und vor allem mit der Zukunft in Verbindung bringen. Die ZERO-Kunst inspiriert insbesondere eine junge Generation von Künstler*innen und Kurator*innen, denen die Verbindung von Kunst und Technik dank der digitalen Medien viel selbstverständlicher erscheint, als dies den vorangegangenen Generationen je möglich sein konnte. Gemeinsam mit der Post-Internet Generation werden wir ZERO neu entdecken, diskutieren und zu der Bewertung beitragen, die dieser europäisch agierenden Kunst-Avantgarde der 1950/60er Jahre zukommt“, so Könches weiter.



OPEN HOUSE

Hüttenstraße 104, Düsseldorf


Das ehemalige Atelierhaus der ZERO-Gründer in der Hüttenstraße 104 in Düsseldorf wird zum neuen Sitz der ZERO foundation und kann drei Tage lang besichtigt werden. Die offizielle Eröffnung wird von einem Open House begleitet. Den Besuchern wird in Form von Film- und Fotomaterial eine multimediale Installation geboten, die den Geist der künstlerischen Avantgarde aus den 1960er Jahren ins Haus zurück bringt und an die ZERO-Künstler Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker und deren Künstlerkreis um Nanda Vigo, Yves Klein, Piero Manzoni und viele andere erinnert. Ebenso besichtigt werden kann das historische Feueratelier von Otto Piene.



OPEN-AIR EXHIBITION

Hüttenstraße und Fürstenplatz, Düsseldorf


„Wir sollten uns aus unseren Gehäusen begeben, um unsere Umwelt zu verwandeln, wir sollten wandeln und sein in der Hauslosigkeit.“ (Günther Uecker, 1959)


Die Idee, Kunst aus dem musealen in den realen Raum zu expandieren, ist einer der zentralen Aspekte der internationalen ZERO-Bewegung, die Anfang der 1960er Jahre für einen neuen künstlerischen Anfang stand und mit verschiedenen öffentlichen Aktionen auf sich aufmerksam machte. Die von den Künstlern teilweise mit utopischem Charakter entwickelten Ideen für Projekte in der Wüste, Ausstellungen auf dem Wasser oder im Himmel stehen exemplarisch für einen künstlerischen Aufbruch, mit dem die traditionellen Gattungs- und Bildgrenzen überwunden wurden. Auch sechzig Jahre später haben die Ideen von ZERO – wie die Verbindung von Kunst, Natur, Mensch und Technologie, der optimistische Glaube an eine neue Kunst in einer besseren Welt sowie die Bildung eines europäischen Netzwerkes – nichts von ihrer Aktualität verloren und finden in Arbeiten zeitgenössischer Künstler eine gegenwärtige Entsprechung.


Bewegliche Licht- und Soundinstallationen auf und um den Düsseldorfer Fürstenplatz, visuelle Projektionen sowie Live-Performances verwandeln die neue Nachbarschaft der ZERO foundation für drei Tage in einentemporären Kunst- und Erlebnisraum. Diese Open-Air-Ausstellung rund um das ehemalige Atelierhaus präsentiert zeitgenössische Positionen, die den Geist ZEROs im Heute reflektieren.


Vertretene Künstler*innen sind:


Nicky Assmann und Joris Strijibos | Daan Brinkmann, René Bakker und Daniel Berio | Lucas Buschfeld | Zoro Feigl | Mischa Kuball | Keisuke Matsuura | Johanna Reich | Andreas Trobollowitsch


Die Open-Air Exhibition ist an allen drei Tagen frei zugänglich. Die Lichtinstallationen sind jeweils von 18 – 22 Uhr zu sehen. Die Performances finden an allen drei Tagen zu festgelegten Uhrzeiten statt (siehe Programm). Am Samstag, den 20. Oktober 2018, findet abschließend um 18 Uhr ein gemeinsamer Rundgang mit den Künstler*innen durch die Open-Air Exhibition statt. Treffpunkt ist die ZERO foundation, Hüttenstraße 104, Düsseldorf.



CONFERENCE | BETWEEN THE VIEWER AND THE WORK: ENCOUNTERS IN SPACE

Internationales Symposium am 18./19. Oktober 2018 an der Kunstakademie Düsseldorf, Eiskellerstraße 1, organisiert von der ZERO foundation, Düsseldorf


In den 1960er Jahren realisierten die Künstler der ZERO-Bewegung Werke und Installationen, die nicht als geschlossene Objekte zu betrachten sind, sondern als offene Systeme. Die Werke beziehen den Raum des Betrachters mit ein, wie im Fall der Lichträume von Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker, die den Besuchern eine immersive Erfahrung ermöglichen. Das Symposium untersucht die Pionierrolle der ZERO-Bewegung und die Frage nach dem Paradigmenwechsel vom Kunstwerk als Objekt hin zum Kunstwerk als System. Die immersiven Arbeiten der ZERO-Künstler werden dabei mit parallelen Entwicklungen in Happening und Fluxus verglichen.


Teilnehmende Redner*innen:


Cornelia Escher (Kunstakademie Düsseldorf), Ursula Frohne (Universität Münster, D), Zabet Patterson (Stony Brook University New York, USA), Ulli Seegers (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, D), Luke Skrebowski (University of Manchester, UK), Julia Robinson (New York University, USA).

Moderatoren: Margriet Schavemaker (Stedelijk Museum Amsterdam, NL) und Johan Pas (Akademie der Schönen Künste Antwerpen, B) | Vorträge in englischer Sprache.



ZERO. PLEASE TURN! wird von der Kunststiftung NRW gefördert.



> weitere Informationen zum Programm und zur ZERO foundation



Günther Uecker in seinem Atelier, Hüttenstraße 104, Juli 1965. Foto und Copyright: Maren Heyne