Utopie und Untergang. Kunst in der DDR,
Museum Kunstpalast, Düsseldorf


Wilhelm Lachnit, Gliederpuppe, 1948, Öl und Tempera auf Sperrholz, 75,0 x 110,0 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, © Erbengemeinschaft Wilhelm Lachnit, Foto: bpk / Nationalgalerie, SMB



30 Jahre nach dem Fall der Mauer widmet sich der Kunstpalast in einer großen Ausstellung der Kunst in der DDR. Mehr als 130 Gemälde und Arbeiten auf Papier von 13 unterschiedlichen Künstler*innen und verdeutlichen eine spannungsreiche, oft widersprüchliche Kunstepoche. Malerei galt in der DDR als wichtigstes Medium der Bildenden Kunst und steht im Mittelpunkt dieser Präsentation. Bis 1990 wurde Kunst aus der DDR in der Bundesrepublik häufig gezeigt. Seitdem gab es zu dem Thema keine Überblicksausstellung mehr in einem westdeutschen Museum. Das Spektrum der Ausstellung umfasst so Werke von den Nachkriegsjahren bis zum Mauerfall von Künstler*innen aller Generationen der DDR. Dabei verdeutlicht die Künstler*innenauswahl, dass die zu DDR-Zeiten und bis heute andauernde übliche Gegenüberstellung von freiheitlicher Abstraktion im Westen und ideologisch belastetem Realismus im Osten hinterfragt werden muss. Die offizielle Kunst in der DDR sollte dem Stil des Sozialistischen Realismus folgen; volkstümlich und parteilich im Dienst der Arbeiterklasse stehen und helfen, die sozialistische Gesellschaft aufzubauen und zu festigen. Viele Künstler*innen unterliefen diese Vorstellung und suchten nach Alternativen zum staatlichen Kunstbetrieb. Sie gerieten häufig in den Fokus kulturpolitischer Debatten, wurden kontrolliert und überwacht. Ziel der Ausstellung ist es, die Objekte nicht allein als historische Dokumente zu betrachten – wie es in der Vergangenheit immer wieder geschehen ist –, sondern sie als Kunstwerke vorzustellen, die zum Nachdenken über unsere gesamtdeutsche Kunstgeschichte auffordern.



Beteiligte Künstler*innen: Gerhard Altenbourg (1926–1989), Carlfriedrich Claus (1930–1998), Hermann Glöckner (1889–1987), Angela Hampel (*1956), Bernhard Heisig (1925–2011), Wilhelm Lachnit (1899–1962), Wolfgang Mattheuer (1927–2004), Michael Morgner (*1942), A.R. Penck (1939–2017), Cornelia Schleime (*1953), Willi Sitte (1921–2013), Werner Tübke (1929–2004) und Elisabeth Voigt (1893–1977).


Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Kurator: Steffen Krautzig.

Förderer: Kunststiftung NRW, Ministerium für Kunst und Wissenschaften des Landes Nordrhein-Westfalen.


Text: Museum Kunstpalast



Als Jubiläumsprojekt gefördert von der Kunststiftung NRW.



Cornelia Schleime, o.T., 1986, Tusche auf Japanpapier, kaschiert auf Vlies, 247 x 248 cm, Privatleihgabe, © Cornelia Schleime, Foto: Eric Tschernow



Hermann Glöckner, Schwarz und Weiß auf Blau, 1957, Collage, Tempera, 45 x 63,5 cm, Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, © Hermann Glöckner / VG Bild-Kunst Bonn, 2019, Foto: Herbert Boswank