Mauricio Kagel Musikpreis der Kunststiftung NRW


Der Mauricio Kagel Musikpreis der Kunststiftung NRW würdigt künstlerische Experimente an den Schnittstellen zwischen Musik, Bild und Performance. Die Kunststiftung NRW hat den Preis ins Leben gerufen, um – im Sinne ihres spartenübergreifenden und auf künstlerisch hochrangige Projekte zielenden Förderansatzes – international ausgewiesene Künstlerinnen und Künstler auszuzeichnen, die sich in ihrem Schaffen im Sinne von Mauricio Kagel mit dem künstlerischen Experiment, interdisziplinären Konzeptionen und neuen Strategien der Präsentation und Rezeption zeitgenössischer Kunst beschäftigen. Der Preis ist mit € 50.000,- dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben. Als Preisgeld gehen € 30.000,- an den Preisträger; € 20.000,- soll er in die Entwicklung eines künstlerischen Projektes in Nordrhein-Westfalen einbringen.


Mauricio Kagel, geboren am 24. Dezember 1931 in Buenos Aires, starb am 18. September 2008 in Köln. Er war ein Universalist: Komponist und Dirigent, Regisseur, Film- und Hörspielautor, Pädagoge, Essayist und nicht zuletzt - in seinem „Hochzeitstagebuch“ von 2008 – auch Karikaturist und Grafiker. Zudem ein leidenschaftlicher Perfektionist, ein kritischer Zeitgenosse und unangepasster Denker — und ein ‚homme de lettres’ von außerordentlicher Bildung; ein intellektueller Künstler im besten Sinne des Wortes. Mauricio Kagel entstammte einer russisch-jüdischen Familie, die nach Argentinien emigriert war. Er kam 1957 im Rahmen eines DAAD-Stipendiums nach Deutschland und ließ sich in Köln nieder, um von hier aus zu wirken. Seine vielfältigen Aktivitäten räumten radikal mit den gängigen Vorstellungen von dem auf, wie Kunst entsteht, wie sie zu präsentieren und zu rezipieren sei. Damit hat er das internationale Musikleben, und durch seine Professur für Neues Musiktheater an der Hochschule für Musik Köln auch das Nordrhein-Westfalens - über mehrere Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt und nachhaltig beeinflusst. Heute gilt Mauricio Kagel als Repräsentant für den gelungenen internationalen Kulturdialog.


Der Preisträger 2017  – Simon Steen-Andersen


Der Mauricio Kagel Musikpreis geht in diesem Jahr an den dänischen, in Berlin lebenden Komponisten und Installationskünstler Simon Steen-Andersen.


Die Preisverleihung fand am Sonntag, den 29. Oktober 2017 um 15 Uhr in der Philharmonie Essen (RWE-Pavillon) im Rahmen des Festivals NOW! statt.


Weitere Informationen finden Sie hier


Foto: Lars Svankjaer



Impressionen von der Preisverleihung im RWE-Pavillon in der Philharmonie Essen:



Dr. Fritz Behrens überreicht Simon Steen-Andersen die Urkunde. Foto: CI                      Dr. Fritz Behrens überreicht Simon Steen-Andersen den Preis. Foto: CI



Foto: CI                     Preisträger Simon Steen-Andersen. Foto: CI



Das Nadar Ensemble mit der "Study for String Instruments #2" für Violine, Violoncello und Whammy-Pedal“ von Simon Steen-Andersen. Foto: CI                     Das Nadar Endemble mit der "Study for String Instruments #3" für Violoncello und Video“ Simon Steen-Andersen. Foto: CI



Nadar Ensemble. Foto: CI                     Nadar Ensemble. Foto: CI



Nadar Ensemble. Foto: CI                      Nadar Ensemble. Foto: CI



Die Preisträgerin 2015 – Rebecca Saunders


Nach Georges Aperghis (2011) und Michel van der Aa (2013) hat die Jury, der Georges Delnon, Henk Heuvelmans, Louwrens Langevoort, Renate Liesmann-Baum und Elisabeth Schweeger angehören, dieses Jahr mit einstimmigem Votum Rebecca Saunders ausgewählt:  „Saunders ist eine Magierin der Musik, sinnlich wie die Farbe Rot, die sich durch etliche Ihrer Kompositionen zieht, als ob sie Zeit und Raum neu definieren könnte mit ihrer Musik. Und damit verstört sie, aber immer überraschend und immer neu, unsere Sicht auf eine komplexe Welt. (...) Rebecca Saunders gilt als eine der ungewöhnlichsten Vertreterinnen der modernen Komposition. Die in Berlin lebende englische Komponistin, Schülerin von Wolfgang Rihm und Nigel Osborne, bricht mit den konventionellen Formen der Komposition und deren Präsentation: Sie ist eine beharrlich Suchende in Sachen Klang. Sie versteht Musik als Ausdruck einer permanenten philosophischen und gleichzeitig sinnlichen Hinterfragung. Ihre musikphilosophische Akribie vereint sie mit der Lust am Ausschöpfen des musikalischen Potentials. Das Hören wird ständig auf die Probe gestellt, ihre Kompositionen folgen dem Wunsch der aesthesis, dem Wahrnehmen und Erkennen.“


Die Preisverleihung fand am 10. Mai 2015 im Rahmen des Festivals „Acht Brücken | Musik für Köln" statt.


Rebecca Saunders                           Rebecca Saunders. Foto: Klaus Rudolph



Der Preisträger 2013 – Michel van der Aa


Im Rahmen der „Wittener Tage für neue Kammermusik“ wurde der Preis am 28. April 2013 an den niederländischen, 1970 geborenen Komponisten Michel van der Aa vergeben.


Am Sonntag, den 29. Oktober 2017 präsentierte er im Anschluss an die Maricio Kagel Preisverleihung 2017 als deutsche Erstaufführung seine 3-D-Filmoper "Sunken Garden" in der Philharmonie Essen.


Michel van der Aa. Foto: Marco Borggreve  

Dr. Fritz Behrens überreicht den Preis an Michel van der Aa. Foto: WDR/Langer

                                                                                                    Michel van der Aa - Sunken Garden. Deutsche Erstaufführung in der Philharmonie Essen



Der Preisträger 2011 – Georges Aperghis


Im Jahr 2011 wurde der Mauricio Kagel Musikpreis der Kunststiftung NRW erstmals vergeben: an den griechischen, in Paris lebenden Komponisten Georges Aperghis.


Im Rahmen der Wittener Tage für Neue Kammermusik 2013 präsentierte er "Retrouvailles – a performance for 2 percussionists", die Realisation des mit dem Mauricio Kagel Musikpreises verbundenen Preisauftrags, eine künstlerische Arbeit für NRW zu produzieren.


Georges Aperghis                         Georges Aperghis im Rahmen seiner Performance "Retrouvailles". Foto: Hans-Jürgen Bauer



KuStift_Kagel17_Brosch-VIII.pdf
 


Pöllmann-Rainer-Laudatio-auf-Simon-Steen-Andersen-2-29.10.2017.pdf