VON FREMDEN LÄNDERN IN EIGENEN STÄDTEN


Von fremden Ländern in eigenen Städten, Spa im Hotel Nikko, Foto: Markus Ambach



Rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof realisiert sich ein letzter Moment urbanen Lebens in seiner ganzen Härte, Heterogenität und Schönheit. Das Viertel gilt als letzter unerforschter urbaner Raum der Stadt, der aktuell nach seiner Zukunft sucht. Als zentraler Empfangsort und virulente Schnittstelle zwischen Welt, Ort und Eigenem ist das Quartier geprägt durch dysfunktionale Stadträume, passantenfeindliche Verkehrskonzepte und eine Architektur der 80er Jahre, der jedes menschliche Maß zu fehlen scheint. Gerade hier haben sich zahllose verbogene kulturelle und subkulturelle Qualitäten widerwillig, subversiv und widerständig eingerichtet.


Das Projekt Von fremden Ländern in eigenen Städten geht als großes interdisziplinäres Kunst- und Kulturprojekt mit Akteuren aus Bildender Kunst, Theater, Tanz, Film und Musik, besonders aber mit den Anwohnern und Aktiven vor Ort auf die Suche nach dieser Zukunft, die aktuell durch große stadtplanerische Transformationsprozesse bestimmt wird.


Nach einem umfangreichen Programm im Jahr 2017 zeigt das Projekt 2018 in einer groß angelegten Ausstellung im öffentlichen Raum neue Perspektiven auf diesen heterogenen Stadtraum. Unter der Leitung von MAP entstehen zahlreiche kontextbezogene Kunstprojekte sowie ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Theater,- Tanz-, und Medienprojekten in Kooperation mit verschiedenen Partnern und den Anliegern des Quartiers.

(Text: Markus Ambach)



Mit Katharina Sieverding, Neïl Beloufa, Ines Doujak, Natascha Sadr Haghighian, Andreas Siekmann, Manuel Graf, Paloma Varga Weisz, Christine und Irene Hohenbüchler, John Miller, Mira Mann und Sean Mullan, Christian Odzuck, Pola Sieverding, Maximiliane Baumgartner und Alex Wissel, Fari Shams, Palina Vetter, Isabella Fürnkäs, Jan Hoeft


Ein Projekt von MAP Markus Ambach Projekte in Kooperation mit FFT Düsseldorf, tanzhaus nrw, Filmwerkstatt Düsseldorf, Schauspielhaus Düsseldorf, Literaturbüro NRW, Bahnhofsmission Düsseldorf u.a.m.


Gefördert von der Kunststiftung NRW.



Markus Ambach (*1963) ist Ausstellungsmacher, Kurator, Künstler und Initiator zahlreicher Kunstprojekte und Ausstellungen im öffentlichen Raum. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und gründete nach zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland 2002 die Projektplattform MAP, die international kontextbezogene Projekte im Stadtraum in Kooperation mit verschiedenen Projektpartnern wie Städten, Museen oder urbanen Akteuren entwickelt, kuratiert und produziert. Dabei entstehen kontextspezifische Projektformate in urbanen Räumen, die in Ausstellungen wie „B1|A40 Die Schönheit der großen Straße“ (mit der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 und UKR), „Ein ahnungsloser Traum vom Park“ (mit dem Museum Abteiberg Mönchengladbach) „Choreografie einer Landschaft“ (mit der Stadt Dinslaken) oder „Der urbane Kongress“ (mit der Stadt Köln) oder aktuell „Von fremden Ländern in eigenen Städten“ (Düsseldorf) mit Künstlern, Wissenschaftlern, Anliegern und anderen gesellschaftlichen Gruppen das Verhältnis von Kunst, Gesellschaft, Urbanität und Stadt thematisieren. Markus Ambach unterrichtete im Rahmen von Professuren und Lehraufträgen u.a. an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, der UDK Berlin, der Hochschule für Gestaltung Offenbach a.M. und der RWTH Aachen. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Texte und Publikationen.



Ausstellungsdauer:


02.06.-19.08.2018

Weitere Informationen zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern sowie Ausstellungsorten finden Sie hier



„Die Welt ist im Umbruch – ökonomisch, politisch, kulturell. Dies gilt weltweit, national, lokal, denn die Orte, in denen wir leben, spiegeln dies wieder. Unsere Städte verdichten sich architektonisch, verkehrstechnisch und durch die kulturelle Vielfalt ihrer Menschen. Die Mischung aus Transitzone, megalomaner Architektur und im Verborgenen liegender, kultureller Initiativen prägt vielerorts insbesondere die Bahnhofsviertel. Neu und für Düsseldorf spezifisch ist, dass ein solcher Ort zum Gegenstand der künstlerischen Erforschung des urbanen Lebensraumes wird.


Von fremden Ländern in eigenen Städten heißt das von Markus Ambach initiierte, engagierte und differenzierte Projekt, das von zwei Fragen angetrieben wird: Wie wollen wir leben und wie stellen wir uns die Zukunft unserer Städte vor? Diese Fragen durch die Kunst und in der Sprache der Kunst aufzuwerfen und anzugehen ist ebenso mutig wie notwendig. Denn Kunst hat seit jeher die Imaginationsgabe und die Kraft, den Zwängen der Gegenwart neue und andere Perspektiven abzuringen. Darin liegt ihre gesellschaftliche Relevanz!


Mit dem Projekt Von fremden Ländern in eigenen Städten leisten die daran beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Organisatorinnen und Organisatoren wie auch die Stadt Düsseldorf einen konkreten Beitrag zur hochaktuellen Diskussion um die Entwicklung von Stadträumen und Stadtgesellschaft im internationalen Kontext: es macht Düsseldorf damit zu einer interdisziplinären Kooperations-Plattform für alle Akteurinnen und Akteure unserer Stadtgesellschaft.“



Paloma Varga Weisz, Beulenmann, Von fremden Ländern in eigenen Städten, Foto: Markus Ambach



Katharina Sieverding, Global Desire Bahnhofsviertel Düsseldorf, © Katharina Sieverding, VG-Bild Kunst Bonn 2018, Von fremden Ländern in eigenen Städten, Foto: Markus Ambach



Katharina Sieverding, Global Desire Bahnhofsviertel Düsseldorf, © Katharina Sieverding, VG-Bild Kunst Bonn 2018, Von fremden Ländern in eigenen Städten, Foto: Markus Ambach



John Miller, The Possible Rendezvous, Von fremden Ländern in eigenen Städten, Foto: Markus Ambach



John Miller, The Possible Rendezvous, Von fremden Ländern in eigenen Städten, Foto: Markus Ambach



John Miller, The Possible Rendezvous, Von fremden Ländern in eigenen Städten, Foto: Markus Ambach



Neïl Beloufa, Exclusive, Von fremden Ländern in eigenen Städten, Foto: Markus Ambach



Isabella Fürnkäs, Unpredictable Liars, im Hotel Nikko, Von fremden Ländern in eigenen Städten, Foto: Markus Ambach



Isabella Fürnkäs, Unpredictable Liars, im Hotel Nikko, Von fremden Ländern in eigenen Städten, Foto: Markus Ambach



Jan Hoeft, I Feel You, Von fremden Ländern in eigenen Städten, Foto: Markus Ambach



Ines Doujak, The New Silk Road, Von fremden Ländern in eigenen Städten, Foto: Markus Ambach



Maximiliane Baumgartner und Alex Wissel, Courtroom #3, Von fremden Ländern in eigenen Städten, Foto: Markus Ambach



Natascha Sadr Haghighian, Der Schutz der Sicherheit, Von fremden Ländern in eigenen Städten, Foto: Markus Ambach



Andreas Siekmann, Allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim, Von fremden Ländern in eigenen Städten, © Andreas Siekmann, Foto: Markus Ambach



Andreas Siekmann, Allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim, Von fremden Ländern in eigenen Städten, © Andreas Siekmann, Foto: Markus Ambach