BÖLL. Eine Ästhetik des Humanen.
Ringvorlesung


 

Am 21.12.2017 feiern wir den 100. Geburtstag von Heinrich Böll, dem einzigen Literaturnobelpreisträger, den das Bundesland NRW hervorgebracht hat.

In einer Ringvorlesung in diesem Herbst und Winter wird Böll als Zeitgenosse behandelt – sein Impetus wird ernst genommen, der sowohl künstlerisch als auch ethisch war.

Zeitgenössische AutorInnen richten ihren Blick auf Böll und sein Konzept einer „Ästhetik des Humanen“ und messen dabei auf jeweils eigene Weise das Spannungsverhältnis von Ethik und Ästhetik aus. Alle werfen einen aktuellen Blick auf Heinrich Böll.


Ein Projekt des Literaturbüros NRW in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Köln und der Universität zu Köln.


Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt von der Kunststiftung NRW, die auch die Gesamtausgabe der Werke Heinrich Bölls in 27 Bänden gefördert hat.


Termine:

jeweils mittwochs 17.45 – 19.15 Uhr

Hörsaal C, Hörsaalgebäude

Universitätsstraße 35

50931 Köln


25.10.2017 Ralf Schnell

08.11.2017 Ilija Trojanow

13.12.2017 Christoph Peters

10.01.2018 Ulla Hahn

17.01.2018 Volker Schlöndorff



Zu den Autoren:


Ralf Schnell lehrte am Institut für Medienforschung der Universität Siegen, von 2006 bis September 2009 war er Rektor der Universität. Von 1998 bis 2010 war er Mitherausgeber der Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik. Zudem ist er Mitherausgeber und Sprecher des Herausgebergremiums der Kölner Ausgabe der 27-bändigen Werkausgabe von Heinrich Böll. Zum 100. Geburtstag Heinrich Bölls hat Ralf Schnell mit "Heinrich Böll und die Deutschen" eine scharfsinnige Studie über einen der bedeutendsten Schriftsteller Deutschlands vorgelegt.


Ilija Trojanow wurde 1965 in Bulgarien geboren. 1971 flohen seine Eltern nach Deutschland, wo sie in München politisches Asyl erhielten. Er ist in Kenia aufgewachsen, hat als Publizist in Bombay und Kapstadt gearbeitet und lebt in Wien. Seine Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt. In seinem jüngsten Buch "Nach der Flucht" erzählt Ilija Trojanow von sich selbst, zugleich ist er eine exemplarische Figur. So gelingt ihm eine behutsame und genaue Topographie des Lebens nach der Flucht, das existentielle Porträt eines Menschenschicksals, das unser 21. Jahrhundert bestimmt. Trojanow wurde mit verschiedenen Literaturpreisen ausgezeichnet, jüngst mit dem "Heinrich-Böll-Preis" (2017). "Kaum ein anderer hiesiger Schriftsteller setzt das politische Engagement von Heinrich Böll so konsequent und literarisch ambitioniert fort wie Ilija Trojanow" heißt es in der Begründung der Jury.


Christoph Peters studierte von 1988 bis 1994 Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, zuletzt als Meisterschüler von Meuser. Er stammt wie Bölls Familie vom Niederrhein und ist wie Böll stark katholisch geprägt, u.a. durch das katholische Internatsgymnasium Collegium Augustinianum Gaesdonck, das er bis zum Abitur besuchte. Danach studierte er Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Peters war bis 2000 in Mainz ansässig, seitdem wohnt er in Berlin. Sein Roman "Das Tuch aus Nacht" (2003) wurde ins Amerikanische und ins Chinesische übersetzt. Demnächst erscheint der Erzählungsband "Selfie mit Sheikh", in dem Christoph Peters Berührungspunkte und Reibungsflächen der westlichen Welt mit dem Okzident auslotet. Christoph Peters hat 2017 die von der Kunststiftung NRW vergebene Thomas-Kling-Poetikdozentur inne.



Weitere Informationen entnehmen Sie zeitnah dem Veranstaltungsverzeichnis des

Literaturbüro NRW

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