Haus der Stiftungen in NRW | Düsseldorf


Dem Maler und Bildhauer Imi Knoebel ist eine besondere Ehre zuteil geworden: Aus den Händen des französischen Botschafters in Deutschland, Philippe Etienne, hat der international renommierte Künstler die Insignien eines Offiziers im Orden „des Arts et des Lettres“ empfangen. Die feierliche Verleihung fand am Samstag, 9. Juli 2016 im Johannes Rau Saal der Kunststiftung NRW statt – und dies nicht ohne Grund, hatte die Stiftung doch entscheidenden Anteil an der Realisierung eines Projekts, das Auslöser war für die hohe Auszeichnung.


Imi Knoebel hat im vergangenen Jahr mit der Schenkung dreier von ihm geschaffenen Glasfenster für die Jeanne d’Arc-Kapelle der Kathedrale von Reims ein Zeichen für die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich und für den Frieden in Europa gesetzt. Am 11. Mai 2015 würdigten die beiden Schirmherren des Projekts, Laurent Fabius, zu diesem Zeitpunkt noch Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Internationale Entwicklung der Französischen Republik, und Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister des Auswärtigen der Bundesrepublik Deutschland, diesen kulturpolitischen Akt von historischer Bedeutung mit ihrer Anwesenheit beim Festakt zur Einweihung.


Von links: Philippe Etienne, Imi Knoebel | Foto: Susanne Diesner


Ein Jahrhundert nach dem 1. Weltkrieg, Urkatastrophe der Moderne, wurde mit der Übergabe des Werks eines deutschen Künstlers an den französischen Staat symbolisch eine Wunde geschlossen, die deutsche Truppen dem kulturellen Herzstück Frankreichs 1914 geschlagen haben. Diese Geste der Wiedergutmachung und der Versöhnung wurde getragen vom Geist des Projekts, dem „Esprit du projet“: dem Wunsch, die deutsch-französische Freundschaft zu stärken, ein Zeichen zu setzen für den Frieden, ein Symbol der Hoffnung zu schaffen und vor allem die junge Generation darin zu bestärken, über Grenzen hinweg auf der Ebene der Kultur und gemeinsam geteilter humaner Werte ein Europa der Ideen zu gestalten und zu leben. Mit der Annahme des Geschenks, das als nationales Kulturgut Generationen überdauern wird, hat Frankreich ein Ausrufezeichen hinter diesen Gedanken gesetzt.


Von links: Laurent Innocenzi, Dr. Ursula Sinnreich, Imi Knoebel, Philippe Etienne | Foto: Susanne Diesner


Seither bestimmen die Fenster mit ihrer Farbschönheit und Leuchtkraft auf magische Weise die Atmosphäre der ehemaligen Krönungsstätte der französischen Könige. Fliegende, schwebende, leuchtende Partikel erheben sich über jede Sprache, richten sich an alle Kulturen und Religionen und vermitteln eine Idee von Einheit in der Vielfalt.


Familie Knoebel | Foto: Susanne Diesner


Die Kunststiftung NRW hat das Reims-Projekt von Imi Knoebel gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt gefördert. Beide Institutionen hatten einen entscheidenden Anteil an der Realisierung.


Von links: Dr. Ursula Sinnreich, Dr. Marc Jan Eumann, Philippe Etienne, Imi Knoebel | Foto: Susanne Diesner


Den Orden „des Arts et des Lettres“ gibt es seit 1957. Er wird an Personen verliehen, die sich durch ihr Schaffen im künstlerischen oder literarischen Bereich oder durch ihren Beitrag zur Ausstrahlung der Künste und der Literatur in Frankreich und in der Welt ausgezeichnet haben. Träger des Ordens aus dem deutschsprachigen Raum sind u.a. Dietrich Fischer-Dieskau, Max Frisch, Michael Haneke, Hans Hartung, Wolfgang Wagner und Peter Zadek.


Nähere Informationen zum Reims-Projekt hier.