Junge Szene, Visuelle Kunst: Fari Shams, "Personal Educator - ein experimentelles Lehrstück"


 
 
Gefördert im Rahmen der Jungen Szene, Visuelle Kunst:
 
 
Fari Shams

Personal Educator
E
in experimentelles Lehrstück

06. – 22. Juli 2018


Ausstellung mit ausgewählten Performance-Terminen



Aufführungen: 06., 14. & 20. Juli, 19 Uhr
Eintritt frei. Bitte pünktlich erscheinen.



PARKHAUS im Malkastenpark

Jacobistraße 6a
40211 Düsseldorf


Öffnungzeiten: So 14 – 18 Uhr
u.n.V: 0173 867 64 86

 
 

Spielplätze sind stark aufgeladene und lebendige soziale Räume. Diese Räume sind voller Möglichkeiten zur Beschäftigung und Interaktion und spiegeln eindringlich wieder, wie eine Gemeinschaft an das Lernen herangeht. Die Mehrheit der Spielplätze ist jedoch abgezäunt und formal vordefiniert: sie bestehen aus einer althergebrachten Zusammenstellung von Strukturen. Die Materialien und ihre Formen sind statisch und legen die Möglichkeiten der Interaktion fest. Leichte Instandhaltbarkeit, Langlebigkeit und Strapazierfähigkeit sind die hervorstechenden Eigenschaften der meisten Spielplätze und Kennzeichen einer Industrialisierung des Spielaktes: sie definieren, wann der Spielakt beginnt und wann er endet. Spielen wird als Aktivität für Kinder betrachtet. Sobald Erwachsene spielen, verlangt der wettstreitende Charakter dieser Aktivität nach quantitativ messbaren und vergleichbaren Ergebnissen. Die Nutzerinnen und Nutzer von Spielplätzen kommen immer seltener zurück, sobald sie alt genug sind, um zur Schule zu gehen. In dieser Umgebung ist wiederum eine neue Reihe von Rahmenbedingungen gesetzt, welche den Lernprozess beeinflussen. Historisch haben Schulen seit jeher ihren geistigen und baulichen Charakter durch jene Autoritäten erhalten, die sie legitimierten: früher durch die Kirche, später durch den Staat. Es ist gut möglich, dass die Schulen von morgen digitale Instanzen sein werden, welche den tonangebenden Big Tech Companies ähneln, die bereits Systeme unter dem Namen ‚Personalized learning Platforms‘ (PLP) kreieren. Das Schwinden von Räumen des Lernens ruft Bilder isolierter Individuen hervor, welche zwar in ihrer eigenen Geschwindigkeit arbeiten, jedoch in einer wachsenden Distanz zu ihresgleichen. Zeitgleich wird über die Jahre zu jedem Individuum ein umfassendes Profil aufgespeichert, welches alles, von Bewertungen bis hin zu dem, was gelesen und angesehen wird, beinhaltet.


Das experimentelle Lehrstück Personal Educator handelt vom Spiel. Es entwickelt sich über drei Aufführungen im Zusammenspiel mit seinen Besucherinnen und Besuchern bzw. Teilnehmerinnen und Teilnehmern und lädt zur gemeinschaftlichen Reaktion auf seinen Inhalt durch Teilnahme und Feedback ein.
Die erste Aufführung besteht aus fünf Akten, in denen das Publikum jeweils in aktive und passive Rollen versetzt wird. Sie stellt sowohl die Geschichte, als auch eine in der Zukunft mögliche Betrachtungsweise des Körpers vor - ebenso wie das soziale, politische und ökonomische Gefüge, das auf ihn einwirkt. Die zweite und dritte Aufführung werden die Interaktionen und das Feedback des Publikums miteinbeziehen und somit unmittelbar von ihm mitgeprägt.


Im Raum des Parkhauses im Malkastenpark befinden sich Spielpaneele, die auf unterschiedliche Weise zusammengesteckt werden können, um je nach Vorgabe der Besucher Sitze, Requisiten oder Podeste zu bilden. Die Spielpaneele wurden in Kollaboration mit Richard Dattner entwickelt, der diese ursprünglich in den 1960er-Jahren für einen Abenteuerspielplatz im Central Park in New York entworfen hat. Seitdem wurden sie nicht mehr hergestellt. Sie verkörpern eine alternative zu den traditionellen Spielgeräten, indem sie ihre Nutzerinnen und Nutzer dazu einladen, ihre eigenen Formen und Räume für das Spiel zu definieren. (Ausstellungstext Fari Shams)



Dank an Richard Dattner und Paul Friedberg.

Spielpaneele in Kollaboration mit Richard Dattner.
Performance mit Jana Jess, Steffen Lehmitz, Niklas Mitteregger, Kilian Ponert.
Kostüme in Kollaboration mit Nora Hansen.


Gefördert durch die Kunststiftung NRW im Rahmen der Jungen Szene, Visuelle Kunst.



Fari Shams, Personal Educator, Ausstellungsansichten Parkhaus im Malkastenpark, 2018. Fotos: Roman Szczeny, Fynn Ribbeck, © Fari Shams.



Fari Shams, Personal Educator, Ausstellungsansichten Parkhaus im Malkastenpark, 2018. Fotos: Roman Szczeny, Fynn Ribbeck, © Fari Shams.



Fari Shams, Personal Educator, Ausstellungsansichten Parkhaus im Malkastenpark, 2018. Fotos: Roman Szczeny, Fynn Ribbeck, © Fari Shams.



Fari Shams, Personal Educator, Ausstellungsansichten Parkhaus im Malkastenpark, 2018. Fotos: Roman Szczeny, Fynn Ribbeck, © Fari Shams.



Fari Shams, Personal Educator, Ausstellungsansichten Parkhaus im Malkastenpark, 2018. Fotos: Roman Szczeny, Fynn Ribbeck, © Fari Shams.



Fari Shams, Personal Educator, Ausstellungsansichten Parkhaus im Malkastenpark, 2018. Fotos: Roman Szczeny, Fynn Ribbeck, © Fari Shams.



Fari Shams, Personal Educator, Ausstellungsansichten Parkhaus im Malkastenpark, 2018. Fotos: Roman Szczeny, Fynn Ribbeck, © Fari Shams.



Fari Shams, Personal Educator, Ausstellungsansichten Parkhaus im Malkastenpark, 2018. Fotos: Roman Szczeny, Fynn Ribbeck, © Fari Shams.



Fari Shams, Personal Educator, Ausstellungsansichten Parkhaus im Malkastenpark, 2018. Fotos: Roman Szczeny, Fynn Ribbeck, © Fari Shams.



Fari Shams im Gespräch mit Richard Dattner und Paul Friedberg, Foto: Falk Messerschmidt, © Fari Shams.



Einladung Performance 20.07.2018